Katzen sind die einzigen Haustiere in unserer Gesellschaft, die häufig völlig unkontrollierten Freigang genießen dürfen. Dieses freie Leben an der frischen Luft birgt jedoch Gefahren: Katzen können sich verlaufen, in fremden Kellern eingesperrt werden, verunglücken oder spurlos verschwinden. Damit Du im Notfall schnell informiert wirst und Deinen Liebling wohlbehalten zurückbekommst, solltest Du Deine Katze unbedingt kennzeichnen lassen. Welche Methoden gibt es und wie funktioniert das genau?
Mikrochip oder Tätowierung: Die verschiedenen Methoden
Um eine Katze eindeutig zu kennzeichnen, stehen Dir in der Tiermedizin zwei etablierte Methoden zur Verfügung, die sich auch hervorragend miteinander kombinieren lassen:
1. Der Mikrochip (Transponder)
Das Einsetzen eines Mikrochips ist heute der weltweite Standard. Ein winziger, etwa reiskorngroßer Transponder wird vom Tierarzt mit einer speziellen Nadel schmerzarm unter die Haut auf der linken Halsseite gespritzt. Der Eingriff dauert nur wenige Sekunden und erfordert keine Narkose. Der Chip verbleibt ein Leben lang im Körper, stört die Katze nicht, ist absolut fälschungssicher und sendet keinerlei Strahlung aus.
2. Die Tätowierung
Bei dieser älteren Methode sticht der Tierarzt eine Kombination aus Buchstaben und Zahlen (keine Chipnummer, sondern ein regionales Praxiskürzel) mit Tinte in die Ohrmuscheln der Katze. Wichtig zu wissen: Da das Tätowieren für das Tier sehr schmerzhaft ist, wird es ausschließlich unter Vollnarkose durchgeführt. Tierärzte verbinden diesen Eingriff daher meist direkt mit der Kastration der Katze. Der Vorteil: Jeder sieht auf den ersten Blick, dass die Katze einen Besitzer hat. Der Nachteil: Tätowierungen verblassen im Laufe der Jahre und können unleserlich werden.
Unser Tipp für Freigänger: Wähle am besten die Kombination aus beiden Varianten. Der Chip sichert die zweifelsfreie Identifikation, während die Tätowierung im Ohr sofort signalisiert: „Ich habe ein Zuhause.“
Lebensgefahr: Warum Halsbänder für Freigänger ungeeignet sind
Verzichte bei Freigängerkatzen bitte konsequent auf Halsbänder – auch auf solche mit Adressanhängern oder integrierten Chips. Beim Klettern auf Bäumen, beim Durchstreifen von Gebüschen oder beim Überwinden von Zäunen können Katzen leicht mit dem Halsband an Ästen hängenbleiben. Im Fluchtversuch strangulieren sich die Tiere häufig selbst oder verfangen sich mit einer Vorderpfote im Band, was zu schweren Schnittwunden und Knochenbrüchen führt.
Wer führt die Kennzeichnung durch und was kostet es?
Jeder niedergelassene Tierarzt kann Deine Katze chippen. Es handelt sich um einen unkomplizierten Routineeingriff. Die Kosten werden über die offizielle Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) abgerechnet und liegen für das Einsetzen inklusive des Transponders meist zwischen 30 und 50 Euro. Wenn Du eine Katze aus dem Tierschutz oder einem Tierheim adoptierst, ist sie in der Regel bereits gechippt und kastriert.
Der wichtigste Schritt: Die Registrierung des Mikrochips
Ein weit verbreiteter Irrtum unter Tierhaltern ist die Annahme, dass auf dem implantierten Chip bereits Deine Adresse oder Telefonnummer gespeichert sind. Das ist nicht der Fall. Der Mikrochip enthält ausschließlich eine weltweit einmalige, 15-stellige Identifikationsnummer. Liest ein Tierarzt oder ein Tierheim den Chip mit einem Lesegerät aus, wird lediglich diese Nummer angezeigt.
Damit die Katze Dir zugeordnet werden kann, musst Du diese 15-stellige Nummer zusammen mit Deinen Kontaktdaten in einem Haustierregister eintragen lassen. Die Registrierung bei großen Organisationen wie TASSO e.V. oder dem Haustierregister FINDEFIX ist für Dich vollkommen kostenlos und lässt sich innerhalb weniger Minuten online erledigen.
Gibt es eine gesetzliche Pflicht zum Chippen?
In Deutschland gibt es zwar kein bundesweites Gesetz zur Kennzeichnung von Katzen, aber das Thema wird regional streng geregelt. In Hunderten von deutschen Städten und Gemeinden gilt bereits eine lokale **Katzenschutzverordnung**. Diese schreibt Haltern von Freigängerkatzen die Kastration sowie die Kennzeichnung (per Chip oder Tätowierung) und die anschließende Registrierung gesetzlich vor. Unabhängig davon ist der Mikrochip für alle Katzen gesetzlich verpflichtend, sobald Du mit Deinem Tier die deutsche Grenze ins EU-Ausland überschreiten möchtest.
Fazit
Ein Mikrochip ist die Lebensversicherung für Deine Katze. Sollte Dein Liebling einmal entlaufen, sich verletzen oder weglaufen, sorgt der winzige Chip dafür, dass Du schnell benachrichtigt wirst. Lass Deine Katze daher frühzeitig chippen und vergiss nicht, die Nummer umgehend bei Registern wie TASSO oder FINDEFIX kostenlos einzutragen.