Der freundliche Zwergspitz ist ein wahres Energiebündel im Miniformat. Er zählt zu den kleinsten Hunderassen der Welt, bringt jedoch einen beachtlichen Bewegungsdrang und einen ausgeprägten Spieltrieb mit. Das macht den lebhaften „Pomeranian“ zu einem anpassungsfähigen und liebenswerten Begleiter, der bei der passenden Führung leicht zu erziehen ist und sich hervorragend in das Familienleben integriert.
Steckbrief: Zwergspitz (Pomeranian)
Ursprungsland: Deutschland
Einordnung: Zwerghunderasse (kleine Hunderasse)
Größe: 18 bis 24 cm Schulterhöhe
Gewicht: bis 3,5 kg
Lebenserwartung: 12 bis 16 Jahre
Fell: Langes, abstehendes Deckhaar mit dicker, plüschiger Unterwolle
Charakter: Selbstbewusst, wachsam, lebhaft, anhänglich und sehr verspielt
FCI-Standard: Nr. 97
FCI-Gruppe 5: Spitze und Hunde vom Urtyp (Sektion 4: Europäische Spitze)
Herkunft und Rassegeschichte
Die Wurzeln des Zwergspitzes liegen in der historischen Region Pommern, die sich über Teile des heutigen Deutschlands und Polens erstreckt. Von dort aus traten die kleinen Spitze im 19. Jahrhundert ihren Siegeszug nach Großbritannien an, wo sie unter dem Namen „Pomeranian“ vor allem durch Königin Victoria als Miniaturhunde populär wurden. In den 1970er-Jahren kehrte dieser extrem plüschige Typ unter dem englischen Namen wieder verstärkt nach Deutschland zurück und bereichert seitdem die hiesige Hundewelt als moderner Zwergspitz.
Rassetypisches Erscheinungsbild und Charakter
Der Anblick eines Pomeranians erinnert an einen kleinen, flauschigen Fuchs. Die kleinen, spitzen Stehohren, die wachen Knopfaugen und die feine Schnauze verleihen ihm ein charakteristisches Gesicht. Der Körper steht auf relativ kurzen, flinken Läufen, und die üppig behaarte Rute wird stolz über dem Rücken getragen.
Sein Wesen ist mindestens ebenso einnehmend wie sein Äußeres: Der Zwergspitz gilt als außerordentlich intelligent, neugierig und lernwillig. Er liebt es, kleine Kunststücke oder Dog-Dancing-Tricks zu erlernen. Seinen Besitzern folgt er am liebsten auf Schritt und Tritt, da er eine sehr enge Bindung zu seiner Bezugsperson aufbaut.
Fellfarbe und die richtige Fellpflege
Das Farbspektrum des Zwergspitzes ist enorm vielfältig. Es reicht von reinem Weiß und Creme über Orange und Graugewolkt bis hin zu tiefem Schwarz und gescheckten Mustern. Das dichte, doppelte Haarkleid mit viel Unterwolle benötigt allerdings eine intensive und regelmäßige Pflege. Um Verfilzungen zu vermeiden, solltest Du das Fell drei- bis viermal pro Woche gründlich mit einer passenden Bürste gegen den Strich ausbürsten. Nutze diese Pflegerituale am besten direkt, um die Haut Deines Pomeranians nach dem Spaziergang auf Zecken oder andere Parasiten zu kontrollieren. Richtig angewöhnt, genießen die meisten Spitze diese Zuwendung sehr, da sie die Bindung zu ihren Menschen stärkt.
Optimale Haltungsbedingungen
Obwohl der Zwergspitz winzig ist, ist er kein reiner Schoßhund. Er liebt ausgiebige Spaziergänge und hasst Langeweile. Wenn der kleine Quirl unterbeschäftigt ist oder zu lange allein gelassen wird, sucht er sich schnell ein eigenes Ventil – was sich bei dieser wachsamen Rasse häufig in anhaltendem Kläffen oder dem Knabbern an Möbeln äußert.
Zwergspitze brauchen täglich viel Aufmerksamkeit und Beschäftigung. Schmusestunden genießen sie zwar, fordern aber auch ihre Individualdistanz ein. Wenn man dem kleinen Hund zu dicht auf die Pelle rückt oder seine feinen Stopp-Signale übersieht, kann er im Notfall auch mal signalisieren, wo seine Grenzen liegen. Chihuahuas oder größere sensible Kinder im Haushalt sollten daher den respektvollen Umgang mit dem Hund bereits kennen.
Erziehung und Ernährung
Der Pomeranian ist dank seines ausgeprägten Wunsches, seinen Menschen zu gefallen („will to please“), recht leicht zu erziehen und eignet sich wunderbar als Anfängerhund. Er benötigt jedoch von Anfang an eine liebevolle Konsequenz, damit sich seine Wachsamkeit nicht zu einem permanenten Kläffen entwickelt.
Bei der Ernährung gilt: Qualität vor Quantität. Aufgrund seines schnellen Stoffwechsels benötigt der Zwergspitz ein hochwertiges, energiedichtes Futter mit einem hohen Fleischanteil und ohne unnötiges Getreide. Da ein kleiner Drei-Kilo-Hund schon durch wenige Gramm zu viel an Gewicht zulegt, solltest Du die Portionsgrößen genau abwiegen und Leckerlis von der Tagesration abziehen.
Rassetypische Krankheiten und Vorsorge
Neben der Neigung zu Übergewicht und der damit verbundenen Belastung der Gelenke ist der Zwergspitz aufgrund seines dichten Pelzes recht hitzeempfindlich. An heißen Sommertagen gehören anstrengende Aktivitäten daher pausiert. Anatomisch bedingt neigt das Gebiss zudem schnell zu Zahnbelag und Zahnstein, weshalb tägliche Zahnpflege mit einer Hundezahnbürste ideal ist. Zu den rassetypischen Erbkrankheiten zählen unter anderem Kniescheiben-Instabilitäten (Patellaluxation) und Probleme mit den Atemwegen (Trachealkollaps). Achte beim Kauf eines Welpen daher unbedingt auf einen seriösen Züchter, der entsprechende Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere nachweisen kann.