Hilfe, die Ohren meines Hundes stinken! Was könnte dahinterstecken?

Hilfe, die Ohren meines Hundes stinken! Was könnte dahinterstecken?

Du kuschelst mit Deinem Hund, beugst Dich ganz nah an seinen Kopf und plötzlich steigt Dir ein unangenehmer, strenger Geruch in die Nase. Wenn Hundeohren riechen, ist das ein unüberhörbares Warnsignal des Körpers. Die Ohren Deines Vierbeiners sind hochsensible Sinnesorgane, die im gesunden Zustand vollkommen geruchsneutral sein sollten. Ein auffälliger Duft deutet fast immer auf ein tieferliegendes gesundheitliches Problem hin. Erfahre hier, welche Ursachen hinter stinkenden Hundeohren stecken, wie Du die Symptome richtig deutest und wie Du die Ohren Deines Hundes sicher reinigst.

DOGORIE Maskottchen

Die häufigsten Ursachen für übel riechende Hundeohren

Aufgrund des speziellen, L-förmig abgewinkelten Verlaufs des hündischen Gehörgangs kann Feuchtigkeit nur schwer entweichen. Es entsteht ein feuchtwarmes Mikroklima, das einen idealen Nährboden für Krankheitserreger bietet. Besonders Hunde mit schweren Schlappohren (wie Spaniel oder Retriever) leiden unter mangelnder Belüftung der Ohrmuschel. Die typischen Auslöser im Überblick:

1. Hefepilz-Infektionen (Malassezien)

Ein süßlich-muffiger Geruch, der stark an Hefe, frisches Brot oder Bier erinnert, ist das klassische Leitsymptom für einen Befall mit Hefepilzen (meist Malassezia pachydermatis). Diese Pilze gehören in geringer Zahl zur gesunden Hautflora, vermehren sich bei einem geschwächten Immunsystem oder Feuchtigkeit im Ohr jedoch explosionsartig. Oft bildet sich dabei ein schmieriges, bräunliches Sekret.

2. Bakterielle Ohrentzündung (Otitis externa)

Riecht das Ohr eher stechend, eitrig oder faulig, liegt meist eine bakterielle Infektion vor. Die Ohrmuschel ist in diesem Fall oft stark gerötet, geschwollen und schmerzt Deinen Hund bei der kleinsten Berührung.

3. Ohrmilben (Otodectes cynotis)

Diese mikroskopisch kleinen Parasiten nisten sich im Gehörgang ein und ernähren sich von Hautschuppen und Gewebsflüssigkeit. Sie verursachen einen unerträglichen Juckreiz. Typisch für einen Milbenbefall ist ein krümeliges, fast schwarzes Sekret, das optisch an Kaffeesatz erinnert und einen unangenehm ranzigen Geruch verströmt.

4. Allergien und Unverträglichkeiten

Der Gehörgang ist anatomisch betrachtet eine Verlängerung der äußeren Haut. Daher äußern sich Futtermittelallergien oder Umweltallergien (z. B. gegen Hausstaubmilben oder Pollen) bei Hunden extrem häufig durch juckende, chronisch entzündete Ohren, die durch die gestörte Hautbarriere anfällig für Sekundärinfektionen mit Pilzen und Bakterien werden.

5. Fremdkörper (z. B. Grannen)

Besonders im Sommer können sich Grannen von Wildgräsern im Gehörgang verfangen. Sie wandern durch ihre Widerhaken tiefer und verletzen die empfindliche Haut, was schwere, eitrige Entzündungen nach sich zieht.

Symptome: Wann muss mein Hund zum Tierarzt?

Eine Ohrentzündung ist für Deinen Hund äußerst schmerzhaft und heilt ohne medizinische Behandlung nicht von alleine ab. Suche umgehend eine Tierarztpraxis auf, wenn Du neben dem Geruch folgende Symptome beobachtest:

  • Häufiges, heftiges Kopfschütteln oder Schiefhalten des Kopfes.
  • Ständiges Kratzen an den Ohren oder Reiben des Kopfes am Teppich.
  • Deutliche Rötung, Schwellung oder Hitzeentwicklung in der Ohrmuschel.
  • Berührungsempfindlichkeit am Kopf (Dein Hund weicht aus oder jammert beim Streicheln des Ohrs).
  • Große Mengen an dunkelbraunem, gelbem oder blutigem Sekret im Ohr.

Der Tierarzt wird das Ohr mit einem Otoskop tiefgehend untersuchen, um sicherzustellen, dass das Trommelfell intakt ist. Über einen Abstrich kann im Labor exakt bestimmt werden, ob Bakterien, Pilze oder Milben vorliegen, um eine gezielte medikamentöse Therapie (z. B. mit entzündungshemmenden Ohrentropfen) einzuleiten.

Anleitung: So reinigst Du die Ohren Deines Hundes richtig

Für die regelmäßige Pflege zu Hause und zum Lösen von festsitzendem Ohrenschmalz solltest Du behutsam vorgehen. Verwende dazu einen speziellen, milden Ohrreiniger für Hunde aus dem Fachhandel.

Dringende Warnung vor schweren Pflegefehlern:

  • Verwende **niemals Wasserstoffperoxid, Essigwasser oder aggressive Haushaltsreiniger**! Diese Stoffe verätzen die empfindliche Gehörgangshaut, verursachen brennende Schmerzen und können bei einem unentdeckten Trommelfellschaden zur dauerhaften Erblindung des Innenohrs (Taubheit) führen.
  • Verwende **niemals Wattestäbchen (Q-Tips)** im Gehörgang! Aufgrund des L-förmigen Knicks im Hundesohr schiebst Du den Schmutz damit nur wie einen Pfropfen tief vors Trommelfell. Zudem ist das Verletzungsrisiko bei einer plötzlichen Kopfbewegung des Hundes extrem hoch.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur sicheren Ohrenreinigung:

  1. Ohrreiniger handwarm temperieren: Trage den Ohrreiniger nicht eiskalt auf, da dies für Deinen Hund unangenehm ist. Erwärme die Flasche vorab kurz in Deiner Hosentasche.
  2. Reiniger einfüllen: Halte die Ohrmuschel Deines Hundes sanft nach oben gestreckt und träufle eine großzügige Menge der Reinigungslösung direkt in den Gehörgang. Achte darauf, mit der Flaschenspitze das Ohr nicht direkt zu berühren, um keine Keime zu übertragen.
  3. Die Ohrbasis massieren: Massiere den Bereich direkt unterhalb der Ohröffnung (an der knorpeligen Ohrbasis) für etwa 30 bis 60 Sekunden sanft von unten nach oben. Du solltest dabei ein deutliches, feuchtes Schmatzgeräusch hören. Dies löst festsitzenden Schmutz und Ohrenschmalz tief im Gehörgang.
  4. Schütteln lassen: Tritt einen Schritt zurück und lass Deinen Hund gewähren, wenn er sich schüttelt. Durch die Fliehkraft wird der gelöste Schmutz ganz natürlich aus dem Gehörgang nach außen transportiert.
  5. Auswischen: Wische den herausgeschüttelten Schmutz und die Reste des Reinigers aus der Ohrmuschel vorsichtig mit einem weichen Wattepad oder einem fusselfreien Kosmetiktuch aus. Arbeite Dich dabei immer von innen nach außen vor.

Fazit

Übel riechende Hundeohren sind kein kosmetisches Problem, sondern ein ernstzunehmender Hinweis auf Milben, Hefepilze oder schmerzhafte bakterielle Infektionen. Mit einer regelmäßigen, schonenden Pflege mittels spezieller Ohrenpflege-Produkte für Hunde und dem konsequenten Verzicht auf schmerzhafte Hausmittel wie Wasserstoffperoxid hältst Du die Gehörgänge Deines Lieblings sauber. Zeigt Dein Hund jedoch Schmerzsymptome, ist die Tierarztpraxis der einzige und sicherste Weg zur schnellen Linderung.

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