Für uns Menschen ist das tägliche Zähneputzen eine Selbstverständlichkeit. Doch auch bei unseren Hunden vernachlässigen wir die Zahnpflege oft so lange, bis Probleme entstehen. Zahnbelag (Plaque) und harter Zahnstein führen nicht nur zu unangenehmem Mundgeruch, sondern begünstigen schmerzhafte Zahnfleischentzündungen (Gingivitis), Parodontitis und vorzeitigen Zahnverlust. Noch schlimmer: Die Bakterien aus dem Maul können über die Blutbahn in den Körper gelangen und lebenswichtige Organe wie das Herz und die Nieren dauerhaft schädigen. Mit unseren Tipps sicherst Du Deinem Vierbeiner ein gesundes Gebiss.
Prävention ist der beste Schutz
Hat sich weicher Zahnbelag erst einmal durch Mineralien aus dem Speichel zu hartem, bräunlichem Zahnstein verfestigt, lässt er sich weder durch Putzen noch durch Kauen wieder entfernen. In diesem Stadium hilft nur noch eine professionelle Zahnreinigung in der Tierarztpraxis. Da diese Behandlung unter Vollnarkose stattfinden muss, bedeutet sie immer eine Kreislaufbelastung für Deinen Hund und hohe Kosten für Dich. Umso wichtiger ist es, der Entstehung von Zahnstein konsequent vorzubeugen.
Zähneputzen: Der ungeschlagene Goldstandard
Die effektivste Methode, um die Zähne Deines Hundes sauber zu halten, ist das aktive Zähneputzen. Gewöhne Deinen Hund am besten schon im Welpenalter spielerisch und mit viel Geduld an diese Routine:
- Die richtige Zahnbürste: Du kannst eine weiche Kinderzahnbürste, eine spezielle Hundezahnbürste oder einen praktischen Fingerling aus Mikrofaser nutzen. Auch Ultraschallzahnbürsten für Hunde, die völlig geräuschlos und ohne Vibrationsbewegungen arbeiten, werden von vielen Vierbeinern sehr gut akzeptiert.
- Lebenswichtige Warnung zur Zahnpasta: Verwende niemals Zahnpasta für Menschen! Diese enthält schäumende Stoffe, Fluoride und oft den Süßstoff Xylit (Birkenzucker). Xylit ist für Hunde hochgradig giftig und führt bereits in winzigen Mengen zu einem lebensbedrohlichen Abfall des Blutzuckerspiegels sowie zu schwerem Leberversagen. Nutze ausschließlich spezielle Hundezahnpasta, die zudem oft über einen für Hunde attraktiven Fleischgeschmack verfügt.
Kauen für die Zahngesundheit: Naturprodukte richtig auswählen
Das Kauen unterstützt die Zahnpflege durch mechanischen Abrieb und regt den Speichelfluss an, was die Zähne auf natürliche Weise spült. Geeignete Kausnacks sind:
- Getrocknete Rinderkopfhaut und Ochsenziemer (sehr zäh und langlebig)
- Rinder- oder Kaninchenohren (gerne auch mit Fell, das zusätzlich die Zahnzwischenräume reinigt)
- Spezielle, zuckerfreie Zahnpflege-Snacks
Wichtige Sicherheitshinweise für die Fütterung:
1. Niemals rohes Schwein füttern: Verfüttere niemals rohes Schweinefleisch oder rohe Schweineohren! Rohes Schweinefleisch kann das Aujeszky-Virus übertragen, welches für Hunde immer tödlich verläuft. Getrocknete oder gekochte Schweineprodukte aus sicherer Herstellung sind hingegen unbedenklich, da das Virus durch Hitze abgetötet wird.
2. Vorsicht bei harten Knochen: Rohe Rinder- oder Kalbsknochen können zwar beim Abrieb helfen, bergen aber Risiken. Besonders tragende Beinscheiben sind extrem hart und können dazu führen, dass Zähne splittern oder abbrechen. Zudem kann der Verzehr größerer Mengen Knochen zu lebensgefährlicher Verstopfung (Knochenkot) führen. Füttere Knochen daher nur unter Aufsicht.
Der Ernährungsmythos: Hilft BARF gegen Zahnstein?
Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass die Rohfütterung (BARF) automatisch die Zähne reinigt. Wird das Fleisch im Napf gewolft (also als Hackfleisch) serviert, rutscht es ohne nennenswerten Kaukontakt direkt in den Magen – ein Reinigungseffekt bleibt völlig aus.
Ähnlich verhält es sich mit herkömmlichem Trockenfutter: Die meisten Kroketten sind so klein oder mürbe, dass sie beim ersten Biss zerspringen oder direkt heruntergeschluckt werden. Eine zahnpflegende Wirkung bei BARF oder Trockenfutter entsteht nur dann, wenn Du Deinem Hund bewusst sehr große, zähe Fleischstücke (z. B. am Stück) fütterst, die er intensiv mit den Backenzähnen bearbeiten muss.
Fazit
Eine gesunde Mundhygiene erfordert etwas Aufmerksamkeit im Alltag, schenkt Deinem Hund jedoch schmerzfreie Jahre bis ins hohe Alter. Kontrolliere das Gebiss Deines Vierbeiners einmal pro Woche auf Rötungen des Zahnfleischs, gelb-braune Beläge oder Mundgeruch. Kombiniere das wöchentliche Zähneputzen mit gesunden, sicheren Kausnacks und lass den Zustand der Zähne bei den jährlichen Routine-Untersuchungen in Deiner Tierarztpraxis überprüfen.